Rose mit Tropfen im Garten

“Gather your rosebuds while you may..”

Rose mit Tropfen im Garten-3

Heute Morgen blühten unsere rosa Rosen in bisher unerreichter Schönheit. Und als wäre das nicht genug, hatte der Tau sie mit feinen Tropfen geschmückt. Fast zu schön um echt zu sein. Schnell die Kamera, bevor die Sonne die Tropfen verdampft…!

Auf meinem Weg zum Fotokoffer fiel mir das Gedicht aus dem “Club der Toten Dichter” wieder ein. Robin Williams rezitiert im Film diesen poetischen Rat, etwas aus unserem Leben zu machen. Das Gedicht hat mir damals so viel bedeutet. Carpe Diem… Gänsehaut am frühen Morgen.

Gather ye rose-buds while ye may,
Old Time is still a-flying;
And this same flower that smiles today
Tomorrow will be dying.

Pflücke die Knospe, solange es geht,
Und die Blüten, wenn sie noch prangen.
Denn bald sind die Rosenblätter verweht.
Wie schnell kommt der Tod gegangen.

Robert Herrick | 1591–1674

Rose mit Tropfen im Garten

Rose mit Tropfen im Garten-2

Irland Fisherboats

My bed is a boat | Robert Louis Stevenson

Irland_Sailingboat

Irland Fisherboats

Die untergehende Sonne signalisierte das leise Ende eines wunderbaren Tages. Und noch einmal betörte sie uns mit einer neuen Facette ihrer wunderbaren irischen Farbpalette. So, als wolle sie uns und die Boote im Hafen noch langsam in die Nacht wiegen. dazu passt das folgende Gedicht so wunderbar:

—-

The setting sun signaled the quiet end of a wonderful day. And once again she beguiled us with a new facet of her wonderful Irish color palette. So, as if she intended to lull us together with the boats in the harbour into the night. This is why the following poem fits so beautifully.

My Bed is a Boat
by Robert Louis Stevenson

My bed is like a little boat;
Nurse helps me in when I embark;
She girds me in my sailor’s coat
And starts me in the dark.
At night I go on board and say
Good-night to all my friends on shore;
I shut my eyes and sail away
And see and hear no more.

And sometimes things to bed I take,
As prudent sailors have to do;
Perhaps a slice of wedding-cake,
Perhaps a toy or two.

All night across the dark we steer;
But when the day returns at last,
Safe in my room beside the pier,
I find my vessel fast.

Irland_grass-B&W

Was ist schöner als ein Feld | What is more beautiful than a field

Irland_grass-B&W

Was ist schöner als ein Feld, 
wenn die Halme, all die schlanken, 
leise schwanken 
und ein Halm den anderen hält?

—-

What is more beautiful than a field,
when the stalks, all the slim,
waver quietly
and one blade of grass holds the other?

(Johannes Trojan, Das Kornfeld)

13. Mai 2014_Il_Grande _Turino

Wenn Helden sterben | Final destination of “Il Grande Turino”

Turin im Jahre 1949. Es ist Frühling, kurz vor dem Ende einer Fußball-Saison, die der AC Turino – mal wieder – als Meister beendet. “Il Toro” – wie der Club nach dem Stier im Stadtwappen genannt wird – ist die tonangebende Mannschaft in Turin und in beherrscht Italien. Das Land und seine Menschen schauen mit Bewunderung auf “Il Grande Turino”  und scheinen sich in den harten Nachkriegsjahren am Erfolg dieses Vereins regelrecht aufzurichten. Seine Spieler sind von Erfolg zu Erfolg geeilt und inzwischen zu gefeierten, ikonengleichen Nationalhelden  geworden. Am 4. Mai 1949 um 09:52  Uhr Ortszeit treten diese scheinbar unbesiegbaren Helden und ihre Betreuer nach einem Freundschaftsspiel in Lissabon den Heimflug an – unwissend, dass dieser Flug zur größten Tragödie des italienischen Fußballs werden wird.

Beim Landeanflug der Fiat G.212 zeigt sich das Wetter im Großraum Turin von einer ungewöhnlich schlechten Seite. Der Flughafen Turin steckt unter einer dicken Wolkendecke und in den Hügeln von Superga herrscht eine so dichte Nebelsuppe, dass die Piloten gerade mal 40 Meter weit schauen konnten.  Sie nähern sich am späten Nachmittag der Stadt und überfliegen den letzten Hügel, dessen Spitze die Basilika von Superga ziert – die letzte Ruhestätte der italienischen Könige. Eigentlich sind sie schon in unmittelbarer in Sichtweite Turins. Doch plötzlich geschieht das unfassbare: Während ihres Sinkflugs zerschellt die kleine Maschine  am Kirchturm dieser Basilika – keiner der Helden überlebt diesen Absturz.

Als der Trauerzug durch Turin zieht, geben 500.000 Menschen den 18 Spielern, den beiden Trainern, zwei Managern, dem Masseur und drei Journalisten das letzte Geleit.

Noch heute erinnert eine Gedenktafel hinter der noch teilweise zerstörten Basilika an die Opfer des Flugzeugabsturzes. Und noch immer wird der Mythos “Il Grande Turino” von den Turinern lebendig gehalten, wenn sie ihrer Helden am Jahrestag des Absturzes gedenken.

Der Verein selbst fand seit der Tragödie nie wieder zu seiner legendären Stärke zurück.

13. Mai 2014_Il_Grande _Turino

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In 1949, the players of the AC Turino – “Il Grande Turino” – had been celebrated as national heroes. Over several national soccer seasons they had appeared as somehow unbeatable.

On May 4, 1949, these players and their carers had been on their flight home after a friendly match in Lisbon – unaware that this flight would be become one of the biggest tragedy in the country’s soccer history ever.

During their descent on the hills of Superga in the late afternoon, the weather was terribly bad and the pilots had a pretty bad sight. Which made the tragedy happen: The little Fiat machine crashed into the church’s tower on the top of the hill –  and none of 18 players, two coaches, two managers, the masseur and three journalists survived.

Today, a plaque behind the Basilica commemorates the victims of the plane crash . The myth of “Il Grande Turino” still comes alive when the people of Turin remember their heroes on the anniversary of the fatal crash.

12. Mai 2014_Turin_Fiat_Teststrecke-8

Über den Dächern von Fiat | On the roof of Fiat

Von der alten Teststrecke auf dem Dach des alten Fiat-Werks in Turin hatte ich vor unserem Trip ins Piemont gelesen und war von dem Gedanken fasziniert. Giovanni Agnelli, Fiatgründer und Autovisionär baute die  Strecke im Jahre 1916 aufs Dach des wohl fortschrittlichsten Autowerks seiner Zeit. So wollte er die fertigen Autos vor der Auslieferung gleich testen. 1980 war das Werk dann stillgelegt geworden und drohte zu verfallen. Stararchitekt Renzo Piano baute den Komplex in ein Shopping- und Kongresszentrum um. Und die Teststrecke sollte seinen Plänen nach ein begrüntes Freizeit-Terrain werden. So stand es im Reiseführer.

Nach einer längeren Fahrt mit der Metro in den Vorort Lingotto und in Erwartung einer Touristenattraktion suchen wir allerdings erst einmal vergeblich nach einem Schild oder dem Eingang zur Teststrecke. Wir fragen schließlich an der Rezeption eines in das alte Werk eingebauten Design-Hotels nach. Etwas überrascht bekommen wir dort einen kleinen Schlüssel in die Hand gedrückt. Mit irgendeinem Aufzug irgendwo hinten in der angrenzenden Shopping-Mall sollen wir damit mal aufs Dach fahren.

Wir landen nach einigem Suchen auf einer völlig verwaisten Etage des alten Werks und gehen durch leergeräumte Büroräume. Wir fragen uns gerade, ob das so richtig sein kann, als wir plötzlich vor einer abgeschlossenen Glastür stehen, in die der kleine Schlüssel eher wie zufällig zu passen scheint – und treten tatsächlich aufs Dach.

Mit diesem Schritt treten wir eine Zeitreise an – 100 Jahre geht es zurück. Wir sind völlig allein auf dem Dach, und von den begrünenden Ideen des Architekten gibt es keine Spur. Alter, schwarzer Asphalt und graue, verwitterte Pflastersteine liegen unter unseren Füßen, soweit das Auge reicht. Unser Blick dreht sich im weiten Rund – da ist sie, die alte Teststrecke.

Und sie fühlt sich gewaltig an. Ein Kilometer Asphalt und zwei riesige Steilkurven. Ich denke sofort an meine alte Carrera-Bahn. Mein Puls beginnt plötzlich zu schlagen, Adrenalin pumpt in mein Blut. Heulende Motoren, laute Stimmen, jetzt geht die Phantasie mit mir durch. Wahnsinn. Wie im Trance drehe ich mich langsam um meine eigene Achse. Ich stehe plötzlich in einem riesigen Kinderzimmer, in dem wunderbare Autos im Kreis herum rasen. Bin der Testfahrer, der ein neues Auto mit Mut und Schwung durch die Kurven hoch über den Dächern donnert. Die Schwerkraft drückt mich in die Ledersitze. Es riecht nach Benzin, Öl und abgeriebenen Reifen.

Ich greife zur Kamera, krieche auf dem Boden, klettere in die abgesperrten Kurven. Unkraut spriesst aus Spalten, ein einsamer Jogger gesellt sich zu uns und dreht einsame Runden – wie in ein moderner Gladiator in einer alten Arena. Die gläserne Kuppel, die Renzo Piano auf das Dach stellte, wirkt wie ein Ufo, ein Fremdkörper, der in einer längst vergangen Zeit hier gelandet ist und vergessen worden zu sein scheint.

Als wir die Tür nach einer Stunde wieder hinter uns abschließen und in unsere Zeit zurückkehren, werde ich ein wenig melancholisch. Ich fühle mich wie damals, als ich meine neue Carrera-Bahn nach Heiligabend wieder abbauen musste…

I had read about an old car test track on the roof of the old Fiat factory in Turin’s suburb Lingotto before our trip to Italy and was fascinated by the idea. Giovanni Agnelli, Fiat founder and visionary car builder built the track in 1916 on the roof of the most-advanced car factory of its time. That way he was able to test the finished cars before their delivery. In 1980 the factory had become shut down and began to deteriorate.

In fact, our visit was a sort of time travel. The old race track was deserted and we were the only visitors. I felt transported back into my old children’s playroom – only bigger than my phantasie ever had suggested. I remembered my Carrera toy race track with its steep curves and a lot of beautiful fast cars. In my imagination I could hear the engines roar, and it virtually smelled of oil and gasoline. What a mind grabbing place…

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Kitsch-Postkarten aus dem Piemont | Kitschy Postcards from Piemont

Die Luft duftet nach Korn und Staub. Die tiefstehende Sonne hat nach einem warmen Tag ein Gefühl leichter, wohliger Spannung auf unseren leicht geröteten Gesichtern hinterlassen und verwöhnt die Landschaft der italienischen Langhe mit ihrem goldenen Licht. Rechts und links der kleinen Landstrasse schmiegen sich die Weinberge der Barolo-Trauben schwungvoll aneinander. Dazwischen puscheln Haselnußbäume für die berühmte Nougatcreme. Wir halten, immer wieder, steigen aus dem Wagen und atmen. Tief. Und weit. Von den sanften Hügeln der grünen Landschaft grüßen uns kleine verwunschene Burgdörfchen. Das Piemont. Ein atemberaubender Fleck auf Europas Landkarte. Warm, herzlich und voller Genüsse.  Da habe ich wieder mal VERDAM…KITSCHIGE POSTKARTEN FOTOGRAFIERT  – aber hach, komm… es war so ein sonniger, entspannter Tag.

Hotel-Tipp: B&B, Ca del Re,  Verduno, Weingut im Burgendorf, mit Landhaus-Zimmern und einer leckeren eigenen Küche (Website)

The air smells of beautifully of grain and dust. The low sun left a light tension on our slightly reddened faces after a warm day, and now it spoils the Langhe countryside with its golden light . Right and left the small Italian country road, the vineyards of Barolo grapes nestle lively together. In between we see hazelnut pompoms, seemingly keen to deliver their nuts for the famous nougat cream. We stop to get out of the car and breathe deeply. From the rolling hills of the green countryside little enchanted castle villages seem to greet us. The Piemont is a breathtaking spot on our European map. Warm, welcoming and full of pleasures.  That’s why I have photographed THE DAMN KITSCH POSTCARDS – AGAIN!  But hey, I do not care anymore, after this sunny, relaxing day.

Hotel-Tipp: B&B, Ca del Re,  Verduno, Winery  in a very small village, country style rooms and a delicious kitchen, Website

 

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Der K(r)ampf am Mammolshainer Berg – Conquering the Mountain

Einer der spektakulären Höhepunkte des alljährlichen Radrennens “Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt” ist der Mammolshainer Berg im Taunus. Der kurze, aber enorm steile Anstieg erreicht eine sagenhafte 26 %ige Steigung. Das Gefälle aufs Bild zu bekommen ist gar nicht so einfach, aber ein Blick in die Gesichter der Athleten macht klar: trotz der Anfeuerung durchs begeisterte Publikum  ist es eine Herausforderung für jeden Radrennsportler. 

One of the most spectacular highlights of the annual cycling race “Around the financial center of Eschborn-Frankfurt” is the Mammolshain mountain in the Taunus area. The short, but enormously steep rise reaches a fabulous 26% slope. Getting the gradient on the picture is not so simple, but a glance at the faces of the athletes makes clear: despite the support of the enthusiastic audience, it is a challenge for any racing cyclist.

(Klick zur Vergrößerung / Click to enlarge)

Impressionen & Inspiration aus Hessen, Deutschland und der Welt | Andreas Hendrik

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