Ein Dialog der Meisterwerke im #Städel Museum #Thomas Struth

Das Städel Museum ist eines meiner absoluten Lieblingsmuseen am Frankfurter Museumsufer. Es feiert zur Zeit seinen 200. Geburtstag. In der Jubiläumsausstellung werden zentrale Werke aus allen Sammlungsbereichen mit 65 Meisterwerken aus den renommiertesten Museen der Welt zusammengebracht. So können sie mit ihnen in einen „Dialog der Meisterwerke“ treten.  Ein deutscher Fotokünstler hat es mir dabei besonders angetan: Thomas Struth.

Neugierig schlendern wir durch das Städel Museum. Es ist nicht unser erster Besuch, aber die Sonder-Ausstellung “Dialog der Meisterwerke” (mit einem tollen Online-Special) verteilt sich im ganzen Städel und ergänzt dialogisch das Inventar mit den Werken der gleichen oder zitierender Künstler aus anderen Museen. Die Leihgaben kommen unter anderem aus dem Musée d’Orsay in Paris, der Tate in London und dem Vatikanischen Museen.

Stars treffen Stars

Wie so oft bei solchen Ausstellungskonzepten fasziniert mich der neue Kontext, in dem ohnehin großartige Werke in einem neuen Licht erscheinen. Und ich liebe es dabei zugleich, andere Besucher zu beobachten, wie unterschiedlich sie sich mit den Kunstwerken auseinander setzen. Da gibt es die Kulturbeflissenen, die sich einer Führung anschließen. Die Museumsroutiniers mit dem mobilen Führer am Ohr oder die genügsamen Text-an-der-Wand-Leser.

Jeder auf seine Weise

Damals auf der Documenta in Kassel fand ich diese Auseinandersetzung der unterschiedlichen Besuchergruppen mit den Kunstwerken bereits spannend zu beobachten (Bericht dazu hier). Und so ergibt sich auch dieses Mal im Städel ein schneller Schnappschuss: “Everything Louder Than Everything Else…”, ein Motörhead-Fan versunken im klassischen Meisterwerk. Großartig.

Thomas Struth kreiert Kunst im Museum

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Allerdings ist mir bis zu diesem Moment noch nicht klar, das ein großer Meister der Fotografie diesen Dialog bereits brillant dokumentiert hat. Das soll sich zehn Minuten später beim Betreten des lichtdurchfluteten “Basements” des Museums schlagartig ändern.

Dort begegnen mir Thomas Struth und seine Serie “Museumsbilder” und nehmen mich von da an völlig in Beschlag…

Der renommierte Fotograf aus der Düsseldorfer “Becher-Schule” begann bereits 1989 im Louvre, Museumsbesucher zu fotografieren, die die dort ausgestellten Meisterwerke betrachten. Eines wird schnell klar: Mit seiner Serie beweist Struth, dass in einem Museum nicht nur Kunst betrachtet wird, sondern auch Kunst entstehen kann.

Das Bild eines Menschen vor einem Bild mit einem Menschen vor einem Bild im Bild

Während ich seine Serie so betrachte, anderen also beim Betrachten zuschaue, beginne ich mich zu fragen, wie ich selbst mich mit der Kunst in einem Museum auseinandersetze. Dabei kommt mir wieder der Gedanke, die Besucher um mich herum zu betrachten, wie sie die anderen Menschen in Struths Bildern betrachten, die wie sie in einem Museum Kunstwerke betrachten. Ein phantastischer Moment, denn dieser Blick über ihre Schultern ist wunderbar: Vor meinen Augen entsteht das Bild eines Menschen vor einem Bild mit einem Menschen vor einem Bild im Bild, …

Schade, dass die Lichtstärke und der Fokus meines iPhones nicht ausreichen. Dennoch möchte ich diesen Moment gern mit Euch teilen. Und Thomas Struth für diese Serie, für diesen Moment danken.

Info: Die Ausstellung läuft noch bis zum 26.1.2016.

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#Déjà-Vu in der Fotokunst – eine Ausstellung im #ARTFOYER

Eine beeindruckende Fotoausstellung hat mich im vergangenen Monat beschäftigt: “Déjà vu in der Fotokunst.” Sie fand in Frankfurt im lichten modernen ART FOYER der Kunstsammlung der DZ BANK  statt. Quartalsweise werden hier neue Fotografen und ihre Werke präsentiert. Der Eintritt ist kostenlos und wirklich jedesmal inspirierend.

“Déjà vu in der Fotokunst” zeigte Werke zeitgenössischer Fotokünstler, die sich motivisch wie inhaltlich auf bekannte Werke der Kunstgeschichte beziehen. Die Künstler stellen bekannte Motive in neue Kontexte oder bringen ihre Bildvorstellung durch eigene angewandte Techniken mit ein. Manche Referenzen und Zitate sind dabei offensichtlich, andere angedeutet.

Die spannende Leitfrage der Kuratorin: Warum beziehen sich Künstler aufeinander? Was ist der Zweck eines Zitats in der Musik, der bildenden Kunst, in der Literatur und in den Wissenschaften?

Mir als großem Fan von Caspar David Friedrich (meine Bilderserien und Blogbeiträge zu ihm findet Ihr z.B. hier: 1, 2, 3, 4) ist dabei besonders eine Künstlerin  sehr nahe gekommen: Die Landschaftsfotografin Beate Gütschow “komponiert” wie der große Frühromantiker Landschaften. Sie baut die Wirklichkeit dabei aus mehreren Bild-Bestandteilen zusammen. Friedrich tat dies im Atelier, sie am Computer. Ihre Intention: Der Betrachter soll meinen, diese Landschaft schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Was soll ich sagen: Der Effekt war wirklich verblüffend. Mein Vorwissen hat mich quasi in ihre Bilder hineingesogen.

Hier ein Interview mit Beate Gütschow in der Ausstellung:




Infos: Hier gibt es den Ausstellungskatalog mit den Bildern aller Werke der Ausstellung und den umfassenden Erläuterungen. Man kann sich die Bilder in der Online-Gallerie des ART FOYERS anschauen. Monet-, Dega- van Gogh- oder Marc-Fans: Unbedingt mal reingucken.

Wenn Ihr die Gelegenheit habt, in Frankfurt ins ART FOYER zu gehen: auf der Website der DZ BANK Kunstsammlung gibt es Infos zur Anfahrt und natürlich aktuell laufenden Ausstellung.

I mercati di Roma (II) – die schönsten Früchte

Wer sagt, dass es sich bei der Tomate nur um eine profane rote Frucht handelt? Der Schriftsteller und Übersetzer Jan Wagner hat ihr ein Gedicht gewidmet.

weswegen sollten sie sich schämen, dick
und rund am strauch? sie tragen ihre uhren
tief in sich selber, jene feinmechanik
aus kernen, werden reif, indem sie ruhen.

manchmal sieht man, wie sie sich bewegen,
und muß an klöppel denken, die ein wind
berührt – doch hört man keine glocken schlagen
(bis auf die grünen, die aus blättern sind).

sie kommen ihrer leuchtend roten kunst
im stillen nach, selbst nachts, selbst morgens, wenn den matten
sternen der stolz verfliegt, du aber kannst 
ruhig etwas lauter reden. sag: tomaten.

Gedicht von Jan Wagner via faz.net

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I mercati di Roma – Der frühe Vogel fängt den Wurm

Wer am Samstag in Rom früh aufsteht, kann sich auf einem der vielen kleinen Märkte die schönste Frucht, den frischesten Fisch und das schönste Steak aussuchen. Bauern, Fischhändler und Metzger freuen sich zu dieser Zeit über eine besonders fachkundige, meist ältere Stammkundschaft, die nicht nur die angenehmeren Temperaturen des frühen Morgens, sondern auch die noch große und wunderbare arrangierte Auswahl nutzt.

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If in Rome, get up early on a Saturday morning and go straight to one of the many local markets. At this time of the day, you can pick the finest fruit, the freshest fish and the best steak. Farmers, fishermen and butchers are looking forward to a particularly specialized, mostly elderly clientele that takes advantage not only of the pleasant temperatures, but also of the untouched large and fine range to choose from.

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Grafics: Bike and Building

Fahrrad Haus der Kunst Sammlung Goetz

Manchmal eröffnen sich kleine Szenen, besondere Bilder nur so im Vorbeigehen. Wie gestern hier beim Spaziergang im Englischen Garten an der Sammlung Goetz in München. Ein guter Freund, mit dem wir die Gegend erkundeten, wartete verwundert, da ich kurz mit dem iPhone in der Hand hinter einer Hecke verschwunden war, und fragte beim Anblick des Fotos: “Wie kommst du darauf, in dieser Ecke so ein Foto zu machen? Ich habe das gar nicht gesehen! Was siehst du, wenn du das siehst?”

Wenn ich das wüsste…viele Linien und zwei Kreise? Ein Fahrrad? Wie findet Ihr Eure Motive?

Impressionen & Inspiration aus Hessen, Deutschland und der Welt | Andreas Hendrik

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