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Portugal (8) – Fisch an Land | Fish ashore

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Getrockneter Fisch, wie hier in Nazaré am Strand von Fischerfrauen so merkwürdig liebevoll und perfekt aufgebahrt, ist ein ganz spezielles portugiesisches Ding.

Die Sonne entzieht dem flachen Fisch komplett das Wasser und miesen Mikroorganismen damit die Lebensgrundlage. Reichlich bevorratet mit diesem dann brettharten Stockfisch kann man schon mal mit Mann und Maus bis nach Brasilien und Indien schippern ohne zu verhungern. Ohne Stockfisch hätte Portugal es also niemals zur See- und Kolonialmacht geschafft. Bacalhau als Geheimwaffe, sozusagen. Und genau der prägt das Land und seine Esskultur bis heute. Die kulinarische (und auch olfaktorische) Dankbarkeit der Portugiesen gegenüber dem Stockfisch kennt keine Grenzen.

Selbst in Zeiten von Kühlkammern so gross wie Einfamilienhäuser lassen die Portugiesen von Vasco da Gamas sonnengetrocknetem Grundnahrungsmittel nicht ab. Portugal ohne Trockenfisch wäre aber auch wie Berlin ohne Currywurst. Oder die Schweiz ohne Ricola. Und ähnlich wie bei der deutschen Trendwurst haben selbst Sterneköche den Trockenfisch wiederentdeckt und zaubern aus dem stocksteifen Bacalhau (also nichts anderes als Kabeljau), 1001 Rezepte.

Für Touristen ist Stockfisch ein kultiges Must-Have-Menu geworden, fürs Portugiesenherz ist es ein aromatisches Schwelgen in ihrer stolzen Seefahrer-Geschichte.

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Dried fish, as it is symmetrically disclosed on Nazaré’s beach by local fisherwomen, is a very special Portuguese thing.

Even in times of cooling chambers as large as single-family homes, the Portuguese do not give up Vasco da Gama’s seafaring staple. Portugal without drying fish would be like Berlin without Currywurst. Or Switzerland without Ricola. And similar to the German trend sausage Portuguese chefs have even rediscovered the dry fish and pull out of the stock stiff bacalhau (ie anything other than cod) 1001 recipes. For tourists stockfish is an iconic must-have menu, for the Portuguese heart it is an aromatic reveling in their seafaring history.

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11 thoughts on “Portugal (8) – Fisch an Land | Fish ashore”

    1. Salema liegt glaube ich weiter südlich Richtung Algarve, oder? Bis dahin habe ich es noch nicht geschafft. Leider. Ich brauche immer so lange zum Fotografieren …. Was gibt es denn da? Wie kommst du drauf?

      1. Ich war dort sehr oft. Es ist ein kleiner Ort in der Nähe von Sines. Sehr schön. Nicht aufregend. Aber sehr entspannend. Das Restaurant hat sogar eine eigene Webcam, über die die Bilder vom Meer übertragen werden.

  1. Portugal steht ganz oben auf der Liste für den nächsten Trip nach Süden…..
    Das Foto von den Fischen mit der geringen Schärfentiefe finde ich Spitze – aber sonst mag ich Stockfisch nicht so gerne😉
    lieben Gruß

  2. Tolle Bilder. Ich liebe Stockfisch und wenn ich ihn mal zufällig hier bekomme, ist es wie Geburtstag und Weihnachten zusammen. Noch ein Grund, bald nach Portugal zu reisen.

    1. Hast du Appetit bekommen.Fein. Dein Portugiese um die Ecke hat den sicher auf der Karte. Manchmal gibt’s den Fisch auch beim italienischen Lebensmittelhändler im Original: starr und salzig. Den muss man dann ein paar Tage im Wasser wieder auflösen. Und dann: selbst ist die Köchin.😉

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