Falknerei Feldberg-9

Beim Falkner | With the Falcons

Falknerei Feldberg-9

„Für viele Falken und Bussarde war der Winter zu lang. Sie sind regelrecht verhungert.“, sagt der Falkner mit Bedauern in der Stimme und fegt dabei ruhig das Gehege seiner Schützlinge. Die Falken und Bussarde sitzen aufgereiht vor ihren kleinen Hütten auf dem Boden ihrer offenen Gehege und beobachten ihn aufmerksam. Es ist ein ruhiger Nachmittag im Falkenhof, den ich nach meinem letzten Besuch vor zwei Jahren mal wieder aufgesucht habe. Ausser mir und dem menschenscheuen Falkner ist heute kein anderer in der Falknerei. „Es war zu lange kalt, der Boden zu lange tief gefroren. Da gabs kein Futter mehr. Hunderte Bussarde und Greifvögel haben dadurch allein in Deutschland den Tod gefunden.“, rechnet er mir vor. Und obwohl die Tiere ihren Stoffwechsel herunterfahren, habe der harte Winter seinen Tribut gefordert. „Selbst die Kraniche sind beim Anflug im Osten wieder umgekehrt. Das hat es auch schon sehr, sehr lange nicht mehr gegeben. Vielleicht so vor 30 Jahren,…“, erinnert sich der Falkner. „Ganz schön schlau.“, kommentiere ich scherzhaft, um die Stimmung etwas aufzuheitern. „Nein. Reiner Überlebenstrieb.“, korrigiert mich der Falkner sachlich. Und redet mit seinem weißen Falken, der sich mit einem Schrei fast bestätigend zu Wort meldet. „Ja, sei brav. Kriegst dein Essen in einer Stunde. Aber solange musst du warten.“ Faszinierend. Die Tiere reden mit ihm, und er mit ihnen. „Mir sind meine Tiere lieber als Menschen.“, sagt er, als hätte er meine Gedanken erraten. „Deshalb lebe ich gerne hier oben im Falkenhof mit ihnen. Ich verstehe sie. Sie sind einfach ehrlich…“, sagt er. Ich schweige diesmal. Und habe wieder einen besonderen Menschen kennen gelernt.

Falkenhof Großer Feldberg
http://www.falkenhof-feldberg.de

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„For many hawks and buzzards the winter was too long. The birds are literally starving.“ says the falconer with regret in his voice while sweeping the enclosure of his proteges. The hawks and buzzards are sitting in front of their small huts lined up on the floor and watch him carefully. It is a quiet afternoon in the falconery, which I visited again after my last visit two years ago. Except me and the reclusive animal lover no other visitors came on Feldberg-mountain today. „It was cold too long, the soil still is deeply frozen. Which means there is no food anymore. Hundreds of buzzards and falcons have been found dead.“ he explains to me. And although the animals shut down their metabolism, the long hard winter has taken its toll. „Even the cranes in the east have turned back again. That has happened rarely, a long time ago for the last time. Maybe 30 years ago …“, the falconer recalls. „Very smart.“ I comment his last remark somehow cheerful, to cheer up the mood. „No. Pure survival instinct.“ he corrects me calmly. And talks with his white falcon who almost affirmatively interupts our chat by shouting loudly. „Yes, my dear. You will get your food in an hour. Not before.“ Animals talk to him, and he talks with them. „I like my animals more than humans.“ He may have read my thoughts, too. „That’s why I prefere living here in the falconry together with them. I understand them. They are honest …“, he says. This time I remain silent. I realize I met a special, very dedicated person.

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