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Thailand (10) – Lunchtime at School

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When they sit together for lunch, they are like a big family. Teachers and students sing together the hymn of thanks, then the older ones bring the chicken sauce, which is mixed together with rice. After all there is busy eating. Interestingly, there is no „I do not like the“ nagging, and no complain that it’s the same food that probably was offered yesterday. Everything looks very disciplined, but happy. The rice was brought by the children from home, in their cutlery that, after eating, is washed cleanly. Then the teeth are cleaned and off they go to nap a bit in the classroom. This school visit was a beautiful view into the life behind the tourist scenes.

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Wenn sie mittags zur großen Pause zusammen sitzen, wirken sie wie eine große Familie. Ihre Uniformen haben manchen Fleck, mancher Socken ist viel zu groß vom großen Bruder geerbt – die Ferse hängt am Knie. Es ist Mittagspause in der thailändischen Schule. Sie liegt mittem im Nichts auf einer Lichtung im Urwald mit einem reichlich beanspruchten großen Sportplatz in der Mitte. Von einem Dorf ist weit und breit nichts zu sehen, die Kinder kommen von den umliegenden Gehöften und kleineren Siedlungen zusammen. Die Schule wirkt auf den ersten Blick relativ groß und besteht neben einem großen Hauptgebäude noch aus kleineren Hütten mit Klassenzimmern, jeweils für die jüngeren und älteren Schüler. Als wir ankommen, klingelt die Pausenglocke. Und wir werden Zeuge eines festen, eingespielten Rituals. Ich habe fast das Gefühl, in einem Imagewerbespot des thailandischen Bildungsministeriums zu sein, so geordnet geht es hier zu.

In Reih und Glied hüpfen die Kinder in ihren Schuluniformen fröhlich quer über den Platz zum offenen Essbereich. Übers Gelände werden derweil Nachrichten durch einen scheppernden Lautsprecher verlesen, was aber niemanden wirklich zu interessieren scheint. Unsere Anwesenheit dagegen wird erst etwas verwundert, dann neugierig wahrgenommen und schnell wird rumgealbert.

Vor dem ersten Bissen singen die Kinder ein überraschend langes Dankeslied. Dann reichen die Älteren die Hühnersuppe, die jeder mit Reis und Bohnen mischt. Den Reis haben die Kinder von zu Hause mitgebracht, in ihrem Plastik-Essbesteck, das nach dem Essen wieder säuberlich gewaschen wird. Was uns aber besonders berührt an dieser Begegnung mit dem wahren Leben, ist die Zufriedenheit. Es gibt – für unsere Ohren überraschend – kein „Ich mag das nicht“-Gezeter. Keine Beschwerde über das einfache Essen oder darüber, dass es das gleiche ja wohl schon gestern gegeben habe, ist zu hören. Es ist ein geordnetes, aber irgendwie auch zufriedenes Mittagessen. Abschließend werden die Zähne geputzt und für die ganz Kleinen geht’s zum Nickerchen auf bereitgelegte Kissen ins Klassenzimmer zurück.

Dieser Schulbesuch war ein spontaner, aber aussergewöhnlich lebendiger Blick ins Leben hinter die touristischen Kulissen Thailands.

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7 thoughts on “Thailand (10) – Lunchtime at School”

  1. Thailand, Du hast es besser …. wenn ich das mit dem vergleiche, wie es hier in Deutschland an einer Ganztags-Schule beim Mittagessen zugeht …. darf ich gar nicht dran denken, musste ich mir 25 Jahre lang ansehen, kriege ich auf der Stelle schlechte Laune ….

      1. Stimmt, das Lehrerpult habe ich ganz übersehen! —- Ich glaube, ich muss mir mal wieder was mehr frische Luft um die Nase wehen lassen! Vielen Dank für die Ermunterung! Martin

  2. Ein wunderbarer Artikel! Einfach rührend der Einblick in das Leben, die festgehaltenen Kindergesichter, ihre beneidenswerte Zufriedenheit im Alltag. In diesem Punkt hat Martin sicher recht. In Deutschland würde der Schulalltag ganz anders ausschauen …
    Thailand interessiert mich sehr und irgendwann, ganz sicher, werde ich für eine kleine Weile dort sein.

    1. Danke dir! In der Tat: es gab kein Zeter, kein Mordio, keinen Futterneid. Die Kinder wirkten ziemlich gut erzogen, wenn man das heute noch sagen darf, ohne den Eindruck zu erzeugen, sie in ihrer Freiheit beschneiden zu wollen. Und zwar ohne dass die Lehrer besonders hart gewirkt hätten. Im Gegenteil, sie wirkten ebenfalls sehr ausgeglichen.

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